Praxis Dr. SchottPraxisgemeinschaft für ganzheitliche Medizin,
Allgemeinmedizin und Allergologie
Dr. med. Beate-Charlotte Schott

 

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60320 Frankfurt am Main
Telefon  069 - 56 15 75

 

Sprechzeiten:
Mo 8-12 Uhr und 15-18 Uhr
Di  9-12 Uhr und 16-18 Uhr
Mi  8-12 Uhr
Do 9-12 Uhr und 16-19 Uhr
Fr  8-12 Uhr und 15-17 Uhr


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Im Verlauf meiner therapeutischen Arbeit kommt es immer öfter vor, dass besorgte Mütter mich fragen, was eine Internetsucht ist. Sie machen sich Sorgen vor allem über ihre Söhne, die über Stunden im Internet surfen, chatten oder spielen.

 
Tatsächlich nimmt die Affinität, in das Internet zu gehen, zu. Von einer Abhängigkeit sprechen wir jedoch nicht, wenn die Jugendlichen oder Erwachsenen einen geregelten Tagesablauf haben und ihre sozialen Verpflichtungen nicht vernachlässigen. Von einer Internetabhängigkeit wird erst dann gesprochen, wenn das Internet übermäßig, das heißt gesundheits- und persönlichkeitsgefährdend genutzt wird. 

 

Internetabhängigkeit verursacht die Vernachlässigung üblicher Lebensgewohnheiten, sozialer Kontakte, der persönlichen Versorgung und Körperhygiene. Ein Großteil der zur Verfügung stehenden Zeit wird dann im Internet verbracht. Hat der Internetsüchtige keine Gelegenheit, ins Internet zu gehen, kann es wie bei anderen Suchterkrankungen auch zu Entzugserscheinungen kommen wie schlechter Laune, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafstörungen oder Schweißausbrüchen. Irrationale Kognitionen entstehen, wie „das Leben ohne Computer macht keinen Sinn mehr“. 


Hinter der Computersucht verbergen sich immer psychische Probleme, wie Ängste, soziale Unsicherheiten, mangelndes Selbstvertrauen oder Depressionen. Die Internetsucht ist eine Flucht vor den tieferliegenden Problemen des Betroffenen.

 

Empfänglich sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsenen, die sich schwer tun, mit anderen Menschen in direkten Kontakt zu treten, und dadurch oft keine Anerkennung im realen Leben erhalten. Das Internet kann den Menschen vermeintlich vorgaukeln, dass sie Kontrolle, Anerkennung und Wertschätzung erhalten. 

 

Hier sind eine paar Merkmale der Internetsucht genannt:

- Ein Großteil der Zeit wird im Internet verbracht (20 Stunden und mehr wöchentlich).

- Der Betroffene verliert die Kontrolle über die Zeit.

- Der Betroffene steigert die tägliche Dosis ständig, um die gleiche Befriedigung zu erhalten.

- Der Betroffene hat Entzugserscheinungen wie Nervosität, Schweißausbrüche, Angst und Schlaflosigkeit.

- Der Betroffene vernachlässigt seine sozialen Kontakte, geschäftliche Verpflichtungen und Interessen.

- Der Betroffene schränkt die Nutzung nicht ein, obwohl es negative Auswirkungen auf Gesundheit, Kontakte, Beruf, Familie und Freunde gibt.

- Der Betroffene denkt unentwegt an das Spiel im Internet.

 

Wichtig ist sich mit dem Betroffenen zusammen zu setzten, um das Bewusstsein für ein abnormes Verhalten zu erreichen. Erst dann ist es meiner Meinung nach möglich auf therapeutische Maßnahme zu kommen. 

 

Therapeutische Maßnahmen zur Heilung von Internetsucht sind zum Beispiel:

 

- Zeitpläne sollten erstellt werden, um die online Stunden zu verringern.

- Ein alternatives Freizeit- und Sozialverhalten sollte aufgebaut werden.

- Soziale Ängste, Hemmungen und seelische Probleme, die sich hinter der Sucht verbergen, sollten bearbeitet und überwunden werden.

- Der Betroffene sollte sich wieder bewusst für genügend langen Schlaf und gesunde regelmäßige Ernährung entscheiden.

 

Ist der Internetsüchtige nicht in der Lage sein Verhalten dauerhaft zu ändern, so zwingend therapeutische Hilfe zu empfehlen.


Ihre Dipl.-Psychologin Ina Preussner

 

Psychologische Praxis Preussner

Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Psychologisches Coaching, Paartherapie, Sexualtherapie, psychologische Beratung in Lebensfragen

Quellen-Nachweise:

Online-Information des Fachverbandes Medienabhängigkeit: www.fv-medienabhaengigkeit.de (Abruf: 14.03.2011) 

Scherfer, K. (Hrsg.): Webwissenschaft. LIT-Verlag Berlin 2010

Drogen- und Suchtbericht. Online-Information des Bundesministeriums für Gesundheit: www.bmg.bund.de (Stand: März 2009)

Hönicke, I.: Die bunte Cyber-Welt als digitale Droge. In: "Die digitale Revolution: Immer mehr Internet-Surfer hängen an der elektronischen Nadel". Die Welt (09.04.1999)Droge Internet. Macht das World Wide Web wirklich süchtig? Main Echo (11.03.1999)

Zimmerl, H.D.: Internetsucht. Eine neumodische Krankheit? Wiener Zeitschrift für Suchtforschung (1998)

Wikipedia.de

Lebenshilfe-abc.de