Praxis Dr. SchottPraxisgemeinschaft für ganzheitliche Medizin,
Allgemeinmedizin und Allergologie
Dr. med. Beate-Charlotte Schott

 

Marbachweg 260a
60320 Frankfurt am Main
Telefon  069 - 56 15 75

 

Sprechzeiten:
Mo 8-12 Uhr und 15-18 Uhr
Di  9-12 Uhr und 16-18 Uhr
Mi  8-12 Uhr
Do 9-12 Uhr und 16-19 Uhr
Fr  8-12 Uhr und 15-17 Uhr


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In meiner Praxis kommt es immer öfter vor, dass sich hinter einer Depression oder Angst eine Dysmorphobie verbirgt. Der Begriff Dysmorphobie bezeichnet das subjektive Gefühl der Hässlichkeit oder der körperlichen Missgestaltung trotz normalen Aussehens. Der Patient glaubt hierbei, dass andere ihn in gleicher Weise wahrnehmen.

 

Die Diagnose der Dysmorphobie ist mitunter schwierig und für den Patienten oft unangenehm. Vielen Patienten ist daher auch gar nicht bewusst, dass Sie unter einer psychischen Einschränkung leiden. Sie suchen Heilung bei Hautärzten, HNO, Zahnärzten, Kieferchirurgen und vor allem in der plastischen Chirurgie. Dort werden sie in der Regel technisch gut versorgt, jedoch wird die seelische Erkrankung oftmals nicht berücksichtigt. Ein Teufelskreis beginnt.


Die Diagnose der Dysmorphobie wird wie folgt definiert: Exzessive Beschäftigung mit einem vermuteten Mangel oder einer Entstellung im körperlichen Aussehen. Dieser Mangel ist entweder eingebildet oder, wenn tatsächlich eine leichte Anomalie vorliegt, ist die Sorge der betroffenen Person deutlich übertrieben. Vor allem führt die krankhafte Einstellung zur nachhaltigen sozialen, beruflichen und sonstigen Beeinträchtigung.

Die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung (APA) führt die körperdysmorphe Störung in ihrem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störung (DSM IV) unter der Hauptgruppe der somatoformen Störungen als eigenständiges Leiden auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt sie in ihrer Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) zusammen mit der Hypochondrie ab.

Der Beginn dieser Erkrankung liegt gewöhnlich im frühen Erwachsenenalter, jedoch wird das Leiden erst im späteren Erwachsenenalter, wenn überhaupt, diagnostiziert. Die häufigsten Klagen finden sich im Kopf und Gesichtsbereich (Augen, Lippen, Nase, Ohren). Im Verlauf der Erkrankung fällt im Verhalten des Patienten auf: übertriebene Selbstbeobachtung, sowie idealisierte Schönheitsbegriffe, ferner die Neigung zur ängstlich depressiven Verstimmung, zu introvertiertem Verhalten, zu zunehmender Missstimmung sowie sozialer Rückzug. Die Betroffenen fühlen sich von der Umgebung stark beobachte und glauben allein durch ihr Auftreten unzumutbar zu sein. Eine Lösung sehen die Patienten oftmals nur entsprechenden körperlichen Eingriffen.

Bei Vorliegen einer Dysmorphobie ist die Psychotherapie unbedingt erforderlich, um den Konflikt für den Patienten zu lösen.

Der erste Schritt ist die Einsicht , dass das Denken, seinen Körper verändern zu wollen, eine krankhafte Komponente hat. Ich erinnere einen Fall, indem die 28-jährige Patientin mit verdecktem Gesicht in die Praxis kam. Sie kämpfe für eine Nasenoperation, die jedoch die Krankenkasse bisher ablehnte. Es stellte sich schnell heraus, dass bei der Patientin die Diagnose der Dysmorphobie zutraf.  Im Vordergrund zeigte sich ein depressives Verhaltensmuster. Nach ca. einem halben Jahr der Psychotherapie war eine erste Besserung zu beobachten. Die Patientin hatte aufgehört für eine Operation zu kämpfen. Gleichzeitig hatte sich das Gefühl verändert, extrem hässlich zu sein, denn wir konnten an dem tatsächlichen Konflikt arbeiten. Die Mutter, die selber eine schwere Kindheit hatte, lehnte die Patientin von klein auf ab. Dazu habe sie von ihrer Mutter in ihrer Kindheit oft gehört, dass sie ein hässliches Gesicht habe. Nachdem die Patientin lernte, sich von den Aussagen der Mutter zu distanzieren, gelang ihr die Veränderung in ihrem Leben. Die Patientin ging wieder angstfrei unter die Menschen, lernte neue Freunde kennen und schloss ihr Studium ab. Der Zwanghafte Wunsch, sich nicht mehr operieren zu lassen, war verschwunden. Die Patientin wurde hierzu für 2 Jahre therapeutisch begleitet.

 

 


Ihre Dipl.-Psychologin Ina Preussner

 

Psychologische Praxis Preussner

Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Psychologisches Coaching, Paartherapie, Sexualtherapie, psychologische Beratung in Lebensfragen

 

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